Für was steht DNV?
DNV ist eine Klassifikationsgesellschaft; ältere Regelwerke tragen noch den vollen Namen Det Norske Veritas. Laut der Firmengeschichte auf dnv.com schlossen sich DNV und Germanischer Lloyd (GL) 2013 zu DNV GL zusammen; seit dem 1. März 2021 heißt das Unternehmen wieder DNV. Was eine Klassifikationsgesellschaft tut und welche es gibt, steht auf der Seite Klassifikationsgesellschaften im Schiffbau.
Was ist eine DNV-Zulassung?
DNV unterscheidet, was zugelassen wird: eine Bauart, ein Hersteller oder ein Dienstleister. Für Zulieferer im Stahl- und Schiffbau sind drei Arten wichtig:
Für Serienprodukte und Standardkonstruktionen: DNV bestätigt, dass die Bauart den Regeln entspricht, und die Zulassung gilt für die wiederholte Verwendung. Die Alternative ist die Einzelprüfung der Konstruktion für ein bestimmtes Schiff (Design Approval).
Bevor ein Hersteller bestimmte Bauteile oder Werkstoffe liefern darf, muss die Klasse laut DNV-FAQ unter Umständen Qualitätsmanagement, Fertigungsprozesse, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit sowie Prüfeinrichtungen des Herstellers anerkennen.
Für Betriebe, die wichtige Bauteile schweißen. Die veröffentlichten Zertifikate verweisen auf das Klassenprogramm DNV-CP-0352 „Approval of manufacturers – Manufacture of welded products – Welding workshop“.
Wann ein Schweißbetrieb die Anerkennung braucht
Laut DNV müssen Schweißarbeiten nach den DNV-Regeln von anerkannten Betrieben ausgeführt werden. Die Regel DNV-RU-SHIP Pt.2 Ch.4 „Hull welds“ grenzt das in der Ausgabe Juli 2022 so ein:
- Gefordert für das Schweißen wichtiger Bauteile, zum Beispiel Rumpfausrüstung sowie Maschinen und Systeme (Sec. 1 [1.3.2]).
- Gefordert für Betriebe, die dauerhaft nass unter Wasser schweißen (Sec. 1 [1.3.3]).
- Nicht gefordert für Werften und ihre Unterlieferanten bei der Rumpfstruktur, für Reparaturen und Umbauten an Schiffen in Fahrt — ausgenommen dauerhafte Nass-Unterwasser-Reparaturen — und für Hersteller, die als Hersteller mit Schweißqualifikation anerkannt sind (Sec. 1 [1.3.4]).
Die aktuelle Ausgabe steht im Rules and Standards Explorer von DNV, der eine Anmeldung verlangt — vor einer Entscheidung dort die geltende Fassung prüfen. Auf veröffentlichten Zertifikaten stehen der Anwendungsbereich, etwa Rumpfstrukturen, Rumpfausrüstung, Maschinenbauteile oder Rohrleitungssysteme, sowie die Schweißaufsicht und ihr Stellvertreter.
Was die Werft für die Rumpfstruktur nachweist
Auch ohne Welding Workshop Approval schweißt eine Werft nicht frei. Für Schweißer, Verfahren und Zusätze verlangen die Regel und die zugrundeliegenden IACS-Anforderungen:
- Gefertigt wird von zertifizierten bzw. qualifizierten Schweißern und Bedienern, mit anerkannten Schweißverfahren und zugelassenen Schweißzusätzen (DNV-RU-SHIP Pt.2 Ch.4, Sec. 1 [1.3.1]).
- Schweißer sind von der Klasse oder einer anerkannten dritten Stelle nach einem von der Klasse anerkannten Standard zu prüfen, etwa ISO 9606, ASME IX oder AWS D1.1; IACS UR W32 gilt als anerkanntes Schema für Schweißer von Schiffbaustahl (Sec. 3 [2.1.1]).
- Schweißverfahren werden für Rumpfstahl nach IACS UR W28 qualifiziert. Sie soll zeigen, dass ein Hersteller oder eine Werft mit einem bestimmten Verfahren angemessen schweißen kann (2.1); nach nationalen oder internationalen Normen qualifizierte Verfahren kann die Klasse nach eigenem Ermessen anerkennen, wenn sie die technischen Anforderungen der UR erfüllen (1.5, 1.6). Neue Verfahrensprüfungen laufen ab 1. Januar 2027 nach Revision 3 (1.5).
Welche Nachweise das im Alltag sind, zeigt die Seite Schweißnachweise im Schiffbau.
GL-Zulassung — was gilt heute
Eine GL-Zulassung stammt vom Germanischen Lloyd, der 2013 mit DNV zu DNV GL fusionierte. Ob ein solches Zertifikat heute noch gilt, zeigt der Approval Finder (unten). Was aus den GL-Regeln und den GL-Zulassungen von Schweißbetrieben geworden ist, steht auf der Seite Germanischer Lloyd.
Wie man ein Zertifikat prüft
Gültige Zulassungen veröffentlicht DNV im Approval Finder — Typzulassungen, anerkannte Hersteller und Betriebe, Dienstleister — ausdrücklich auch solche, die noch von GL oder DNV GL ausgestellt wurden. Gesucht wird nach Zertifikatsnummer, Produktname, Zertifikatsinhaber, Land oder Stadt; die Ergebnisse lassen sich nach Excel exportieren. Laut DNV-FAQ ist das veröffentlichte Dokument nur eine Kopie und ein Auszug des Originalzertifikats, ohne Unterschrift.
Betriebspraxis, keine Normvorgabe: Zertifikatsnummer, Ablaufdatum und Anwendungsbereich je Zulieferer festhalten und vor Ablauf erneut im Approval Finder abgleichen.
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